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Brownie hat eine aufregende Geschichte hinter sich. Sie wurde im Dezember
2008 geboren und ist ein Zoohandlungstier.
Zu uns gekommen ist sie, nachdem anfangs Dezember 2011 ihr Gspänli, ein netter
Kastrat, der einige Monate älter war als sie, überraschend gestorben ist. Leider
verstand sie sich überhaupt nicht mit den Meeris einer anderen Gruppe und
akzeptierte auch einen lebhaften, einjährigen Kastraten überhaupt nicht, der ihr
neuer Partner werden sollte - ganz im Gegenteil, sie attackierte ihn und biss
ihn so heftig, dass sein Augenlid genäht werden musste.
Da musste also offensichtlich eine andere Lösung her... aber so auf die
Schnelle den perfekten Partner zu finden zu einem Weibchen, das ziemlich genervt
war und wenig Geduld hatte, war gar nicht so einfach. Schliesslich beschlossen
wir, dass Brownie erst einmal zu uns ziehen sollte und hier mit unserem
Spezialisten für heikle Fälle, MACHO, zusammenleben sollte. Also wurde ein
Innengehege eingerichtet und Brownie zog ein. Die Idee war, dass Brownie
schrittweise in eine Gruppe integriert werden sollte und dann eines Tages
gemeinsam mit einem oder mehreren Vermittlungstieren noch einmal abgegeben
würde.
Leider stellte sich schon bei der Begrüssung heraus, dass Brownies
unfreundliches Verhalten einen traurigen Hintergrund hat: massive
Hormonstörungen, verursacht durch beidseitige Ovarialzysten.
Das änderte die Situation grundlegend, an eine Weitervermittlung ist damit nicht
mehr zu denken, Brownie bleibt bei uns, solange es ihr einigermassen gut geht.
Zuerst ging es einmal drum, sie in eine Kleingruppe zu integrieren, in der sie
sich halbwegs wohl fühlt.
Der gute Macho machte alles richtig, clever, wie er ist :-) Anfangs hielt er
sich völlig zurück und liess ihr alle Zeit, sich an die neue Umgebung und
Situation zu gewöhnen. Tatsächlich duldete sie ihn anstandslos, solange er einen
Sicherheitsabstand von rund 10 cm einhielt.
Kam er ausnahmsweise direkt an ihr vorbei, klapperte sie mit den Zähnen, aber
das wars auch schon.
Und bereits am zweiten Tag konnten die beiden zumindest am gleichen Salatblatt
oder am gleichen Grashäufchen fressen.
Die grosse Freundschaft wars nicht, aber immerhin ein Anfang.
Nach wenigen Tagen stiessen die mutterlosen Babys von Bobine dazu und anstelle
von Macho übernahm der etwas angeschlagene Guschti Brösmeli die Gruppe.
Das war eine gute Lösung, denn mit Guschti verstand sich Brownie sehr schnell.
Unterdessen liegen die beiden täglich Seite an Seite unter der halben Korkröhre.
Mitte Januar hatte Brownie dann einen Tierarzttermin. Es zeigte sich, dass eine
operative Behandlung eher nicht angesagt ist - immerhin ist sie unterdessen
schon gut drei Jahre alt und der Eingriff wäre massiv, es wäre eine komplette
Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken notwendig. Kein Spaziergang für den
Organismus eines älteren Meeris.
Da Brownie es absolut nicht mag, wenn sie täglich eingefangen und hochgenommen
wird und auch auf keinen Fall etwas direkt aus der Hand frisst, kam auch eine
Behandlung mit homöopathischen Mitteln nicht in Frage - da hätte sie nämlich
über eine längere Zeit regelmässig ihre Medis bekommen müssen, mindestens einmal
täglich.
Statt dessen hat sie nun eine Hormonspritze erhalten, deren Wirkung bis zu einem
halben Jahr anhalten sollte - wenn alles klappt.
Die ersten Auswirkungen sind zu erkennen: es wachsen wieder Haare nach auf den
kahlen Stellen.
Nun hoffen wir sehr, dass die Hormongabe auch die Psyche ein bisschen beruhigt
und vielleicht auch tatsächlich den Appetit noch etwas anregt, so dass Brownie
hoffentlich noch ein wenig Gewicht zulegt. Wenn alles gut läuft, kann sie im
Frühling dann zusammen mit Guschti Brösmeli in unser Rudel nach draussen
umziehen.
Sie bleibt definitiv bei uns und wird nicht mehr vermittelt.