Geburt Geschlechter

Weibliche Meerschweinchen sind bereits im Alter von etwa vier Wochen aufnahmefähig. Man sollte sie aber nicht decken, ehe sie ungefähr vier Monate alt, bzw. ca. 700 g schwer sind. Werden sie allzu früh gedeckt, kann es vorkommen, dass ihr eigenes Wachstum stark gebremst wird oder dass sie sogar kleinwüchsig bleiben.
Im Alter von etwa zehn Monaten beginnt das Becken beim weiblichen Meerschweinchen zu verknöchern, eine späte Erstgeburt kann erhebliche Komplikationen verursachen. 

Züchter decken darum ihre Weibchen normalerweise zwischen dem fünften und dem achten Monat erstmals. Selbstverständlich sollte das Tier zu diesem Zeitpunkt topfit sein, weder geschwächt, noch übergewichtig. Mehr als zwei Würfe pro Jahr sind nicht zu empfehlen.

Ein Meerschweinchenweibchen ist alle 16 bis 18 Tage während nur gerade 24 Stunden aufnahmefähig.
Wird es neu mit einem Bock zusammengesetzt, kommt es vor, dass sie ihn nicht akzeptiert und er nicht bereits beim ersten Zyklus decken kann.
Wenn man den genauen Zyklus nicht kennt, sollte man darum ein Weibchen während rund drei Wochen mit dem Bock zusammensetzen. In dieser Zeit wird es mit ziemlicher Sicherheit aufnehmen. Die Tragzeit beträgt 68 bis 70 Tage. 

Hält man einen unkastrierten Bock dauernd mit einem (oder mehreren) Weibchen zusammen, muss man ihn VOR dem frühesten Geburtstermin aus dem Gehege nehmen, um ganz sicher zu gehen, am besten bereits etwa eine Woche vorher. Unmittelbar nach der Geburt ist das Weibchen nämlich wieder für 24 Stunden aufnahmebereit. Und ein erfahrener Bock wird dies mit Sicherheit bemerken und wird versuchen, das Weibchen sofort nachzudecken. Für das Weibchen bedeutet es aber eine enorme Belastung, gleich zwei Würfe direkt hintereinander aufziehen zu müssen ohne eine Ruhe- und Erholungspause dazwischen zu haben.

Lässt man den Bock vor dem Geburtstermin kastrieren, darf er dabeibleiben, er wird den Jungen nichts tun sondern liebevoll bei der Beaufsichtigung und Erziehung behilflich sein. Man hört ab und zu Schauergeschichten von Böcken, die ihre eigenen Jungen totbeissen würden - das trifft bei Kaninchen zu, aber eindeutig nicht bei Meerschweinchen!
Allerdings muss der Bock mindestens ZWEI WOCHEN vor dem Geburtstermin kastriert werden um ein Nachdecken sicher zu verhindern. Es bleiben manchmal Spermien im Samenkanal, so dass ein Bock unter Umständen nach der Operation noch rund zwei Wochen lang decken kann.  

Das Meerschweinchenweibchen trifft keinerlei Geburtsvorbereitungen (Nestbau o.ä.). Meistens geht die Geburt unbemerkt am frühen Morgen oder späten Abend in einem Häuschen vonstatten. Beim ersten Wurf bringt das Weibchen meistens zwei bis drei Junge zur Welt, später teilweise bis zu sechs oder sieben Junge. Der Durchschnitt liegt aber etwa bei drei bis vier Jungen pro Wurf.

Junge Meerschweinchen kommen komplett entwickelt, mit Pelz und offenen Augen, zur Welt. Ihre Milchzähne verlieren sie bereits im Mutterleib. Kräftige Jungtiere beginnen schon kurz nach der Geburt und dem Trockenlecken durch die Mutter, ihre Umgebung zu erkunden und hier und dort etwas zu knabbern. Rund drei bis fünf Wochen werden sie von der Mutter gesäugt - aber meist fressen sie schon vom ersten Tag an auch selber. Die Muttermilch ist sehr wichtig für das Immunsystem und die Verdauung - ebenso die liebevolle Pflege durch erwachsene Tiere. Da wird in den ersten Tagen ausführlich das kleine Bäuchlein geleckt, um die Verdauung des Winzlings anzuregen...

Das Geburtsgewicht schwankt zwischen ca. 40 Gramm und 120 Gramm, abhängig von Wurfgrösse, Dauer der Trächtigkeit, Erbfaktoren und Ernährungszustand der Mutter. Rasch nehmen die Jungtiere an Gewicht und Grösse zu. Mit 250 bis 300 Gramm haben sie das übliche "Abgabegewicht" erreicht - leichtere Jungtiere gibt ein verantwortungsbewusster Züchter nicht weg. 

Im Alter von ungefähr vier Wochen werden die Kleinen geschlechtsreif, die jungen Böckchen müssen dann entweder bereits kastriert werden, oder von den Weibchen getrennt. Dass ein solcher "Minibock" eine erwachsene Meerschweinchendame deckt, ist allerdings eher selten. Hingegen kann er unter Umständen erfolgreich sein bei seinen Schwestern oder ungefähr gleichgrossen Weibchen.



> Bilder einer Meerschweinchengeburt