Pilz Milben


Wenns mal wirklich eilt, ist oft der vertraute Tierarzt nicht zu erreichen. Hier findet man den diensthabenden Notfallarzt der Region Baden:
Notfallplan der Tierärzte in der Region BADEN, AG



Bei guter Haltung und regelmässiger Beobachtung lassen sich diverse Gesundheitsprobleme bei Meerschweinchen vermeiden oder zumindest so früh erkennen, dass eine Behandlung rasch anschlägt. Wer seinen Tieren oft zuschaut, lernt ihr Verhalten ganz gut kennen und merkt, wenn sich eins der Tiere ungewöhnlich benimmt; ruhiger ist als sonst, appetitlos, niest, hustet oder die Haare sträubt.
Das sind deutliche Krankheitszeichen, die man ernst nehmen sollte. Wer sich nicht sehr gut auskennt, sollte lieber einmal zu viel zum Tierarzt fahren, als einmal zu wenig.
Regelmässige Tierarztbesuche für Impfungen oder dergleichen sind bei Meerschweinchen hingegen im Gegensatz zu vielen anderen Haustieren nicht nötig.

Ein sehr anschauliches Video auf Youtube zeigt, wie man seine Tiere regelmässig und ohne übertriebenen Aufwand kontrollieren kann, um Krankheiten schon im Frühstadium zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Vielen Dank an dieser Stelle an den Autor des Films, Tavor Geithe.

Für die Abnutzung der Backenzähne ist es wichtig, dass die Meerschweinchen viel kauen müssen: darum muss immer reichlich Heu angeboten werden, gerne auch noch zusätzliche Äste zum Knabbern. Saftfutter und Trockenfutter gehören zwar auch zur Ernährung - aber wird meist nicht lange gekaut und die Backenzähne werden nur wenig abgenutzt. Es kann dann vorkommen, dass die Zähne zusammenwachsen und eine Brücke bilden, bis das Tier überhaupt nicht mehr fressen kann. Natürlich gibt es aber auch Zahnanomalien, die genetisch bedingt sind und nicht durch ungeeignete Fütterung hervorgerufen wurden.

Die Krallen müssen bei vielen Meerschweinchen regelmässig gekürzt werden. Haben die Tiere reichlich Auslauf auf etwas rauherem Boden, wetzen sich die Krallen allerdings ganz von selber genügend ab. Bei Aussenhaltung mit Freilauf ist das praktisch nie ein Problem. Bei Innenhaltung kann man zum Beispiel einen grossen, flachen Stein als Futterstelle benutzen oder einen Teil der Anlage mit rauhem Untergrund einstreuen (Sand, Rundkies, Holzhäcksel, Woodmix, etc.)

Die Unterkunft der Meerschweinchen sollte weder direkt neben einer Heizung (zu warme, trockene Luft), noch an einem sehr zugigen Ort sein, damit es nicht zu Augenentzündungen oder Atemwegsinfektionen kommt.

Eine ausgewogene Ernährung fördert selbstverständlich die Gesundheit der Meerschweinchen. Sie brauchen genügend Vitamine, vor allem Vitamin C. Fehlt dieses, können Lähmungserscheinungen auftreten. Wer unsicher ist, ob das angebotene Futter genügend Vitamin C enthält, kann das Trinkwasser mit einigen Tropfen Ascorbinsäure anreichern. Es gibt eine ganze Palette an Vitaminkombipräparaten - wir halten diese Zusätze nicht für sinnvoll. Besser ist es auf jeden Fall, gutes, gehaltvolles Futter anzubieten.

Rasche Umstellung der Nahrung kann zu akuten Verdauungsproblemen führen. Junges, frisches Gras zum Beispiel verursacht bei Meerschweinchen, die sich noch nicht daran gewöhnt sind, leicht Blähungen und/oder Durchfall, da sie zu viel davon fressen und es in ihrem Magen gärt. Auch nasses Saftfutter ist meist heikel - wenn es nicht trocken angeboten werden kann, kann man es aber mit trockenem Heu vermischen, damit die Meeris nicht zu viel davon allzu schnell herunterschlingen können.
Meerschweinchen sollten immer etwas zu Knabbern haben - ihr Verdauungsapparat wird empfindlich gestört, wenn sie längere Zeit fasten müssen. Darum ist es auch auf keinen Fall sinnvoll, Meerschweinchen vor einer bevorstehenden Operation alles Futter zu entziehen! Heu und Wasser sollte immer vorhanden sein.

Allzu fetthaltige Körnermischungen führen im schlimmsten Fall zu Verfettung und Kreislaufproblemen. Eine gute Fertigfuttermischung sollte darum besser keine oder nur wenige Sonnenblumenkerne und ganze Mais- oder Weizenkörner enthalten. Dabei sollte man nie vergessen, dass ein Meerschweinchen, das ganzjährig im Freien lebt, wesentlich mehr Fett braucht als eines, das in einem geheizten Zimmer wohnt.

Meerschweinchen sind sehr empfindlich gegen zu grosse Hitze. Bei direkter Sonneneinstrahlung, zu nahe an einer Heizung oder in einem schlecht durchlüfteten Stall oder Gehege kommt es leicht zu einem Hitzestau, der in vielen Fällen zum Tod führt. Eine schattenspendende Versteckmöglichkeit muss darum immer vorhanden sein.

Schlecht gereinigte Ställe fördern die Verbreitung von Krankheitserregern - im feuchtwarmen Klima können sich viele Bakterien ideal vermehren. Zur Vorbeugung ist es darum auf jeden Fall auch wichtig, dass die Unterkunft der Meerschweinchen regelmässig gut gereinigt wird. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass kein Stall je steril sein wird; eine gewisse Anzahl von stallspezifischen Keimen ist immer und überall vorhanden. Im normalen Rahmen schadet das den Tieren auch durchaus nicht.
Tiere, die neu zur Gruppe kommen, bringen ebenfalls immer eine Anzahl von Keimen mit aus ihrem Herkunftsstall. Ehe man neue Tiere in eine bestehende Gruppe integriert, empfiehlt es sich, diese für einige Zeit getrennt in Quarantäne zu halten. So kann man vermeiden, dass mit den neuen Tieren Erreger eingeschleppt werden, ohne dass man es merkt. Und die "Neuen" können sich an die stallspezifischen Keime schon gewöhnen.
Ein einzelnes Tier über längere Zeit in Quarantäne zu halten, ist aber in unseren Augen nicht sinnvoll: oft leidet das Meerschweinchen unter der Einsamkeit, verliert den Appetit und kümmert regelrecht vor sich hin. Zumindest ein Tier aus der Gruppe sollte man dann halt während der Quarantänezeit bereits dazugesellen.

Viele ansteckende Krankheiten werden vom Besitzer eingeschleppt - Vorsicht ist darum immer geboten, wenn man irgendwo mit anderen, vor allem mit kranken Tieren zu tun hatte. Auf jeden Fall sollten dann die Hände gewaschen werden, ehe man die eigenen Tiere berührt. Ställe und Transportboxen, in denen kranke Tiere sassen, müssen sorgfältig gereinigt werden.

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