An ein gutes Meerschweinchengehege werden einige Forderungen gestellt:
es muss die Tiere schützen vor Feinden und vor Witterungseinflüssen, es muss
ihnen die Möglichkeit bieten, ihr gesamtes Verhaltensrepertoire auszuleben und
es muss meistens auch noch einigermassen ansprechend aussehen für den
menschlichen Besitzer und möglichst praktisch sein.
Auf der Seite "Gehegebau" haben wir
eine ganze Auswahl von Innen- und Aussenanlagen zusammengesammelt. Da darf man
sich gern inspirieren lassen...
Zwar ist es in Südamerika, wo die Meerschweinchen ursprünglich herkommen,
meist zwischen 15 und 20 Grad warm. Das bedeutet aber nicht, dass man
Meerschweinchen partout nur drinnen halten kann. Es ist durchaus auch möglich,
sie ganzjährig im Freien zu halten - wenn man einige Punkte beachtet. Die
Entscheidung, ob man seine Meeris drinnen oder draussen halten will, hängt mehr
davon ab, wieviel Platz zur Verfügung steht und wie man sich den Kontakt zu den
Tieren wünscht.
Ob drinnen oder draussen, Meerschweinchen brauchen nicht nur einen kleinen
Gitterkäfig, wie so viele meinen. Damit sie sich wirklich wohlfühlen und ein
einigermassen artgerechtes Leben führen können, ist schon mehr Platz nötig.
(Faustregel: ca. 0,5 m2 pro Tier bei Innenhaltung, 1 m2 pro Tier bei
Aussenhaltung, wobei das Mindestmass für ein Ganzjahres-Aussengehege ca. 3
Quadratmeter ist).
Zu viel kanns gar nicht sein...
Je mehr Platz vorhanden ist, umso mehr Möglichkeiten bestehen, das Gehege
abwechslungsreich und anregend einzurichten. Verstecke in Form von Häuschen,
Röhren, Wurzelteilen oder grossen, belaubten bzw. benadelten Ästen sind auf
jeden Fall nötig, denn Meerschweinchen fühlen sich nicht sicher auf einer
grösseren offenen Fläche. Auch wenn sie nur vorübergehend zum fressen ins
Gras gesetzt werden, muss immer mindestens ein Häuschen mit dabei sein - lieber
mehrere.
Es lohnt sich auf jeden Fall, die Meerschweinchenunterkunft spannend zu
gestalten: es kommt in der Gruppe zu wesentlich weniger Streitigkeiten, wenn die
Tiere ausweichen können. Das Verhalten wird eindeutig weniger stereotyp, je
mehr Anreize gegeben sind. Natürlich haben die Schweinchen in einem reichhaltig
angelegten Gehege auch mehr Möglichkeiten, dem Menschen auszuweichen. Aber wenn
man mal von der Vorstellung loskommt, dass Meeris Streicheltiere sind, wird man
rasch feststellen, dass auch das Beobachten durchaus seinen Reiz hat - und der
ist wesentlich höher, wenn die Tiere munter und unternehmungslustig in einer
vielfältig gestalteten Umgebung unterwegs sind.
Hier die wichtigesten Punkte, die beim Aussen-Gehegebau beachtet werden müssen:
Das Gehege muss einbruchsicher sein (Katzen, Marder, Füchse, Hunde, Greifvögel und evtl. leider auch Zweibeiner).
Es muss ein genügend stabiler Stall vorhanden sein, in dem
alle Tiere Platz finden und genügend Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind.
Auch mehrere kleinere Ställe versehen den Dienst ganz gut.
Fürs Zweibein ist es angenehmer, wenn bei niedrigen Gehegen
der Stall ausserhalb des Gitters steht und mit einem Durchgang mit dem Gehege
verbunden ist. Füttern und Misten fällt viel leichter, wenn man nicht jedesmal
zuerst sämtliche Deckel wegräumen und nachher mit dem Mist immer über die
Seitenwände klettern muss!
Bei hohen Anlagen, in denen man aufrecht stehen kann, kann der Stall natürlich
gut direkt im Gehege stehen.