FUTTER

Eine sehr umfangreiche Liste von Futtermitteln und ihrer Einsatzmöglichkeit für Meeris findet sich hier.

Die Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Verhaltensmedizin hat ein Merkblatt zur artgerechten Fütterung erstellt, das hier als PDF heruntergeladen werden kann.

HEU

unbeschränkte Menge,
sollte ständig vorhanden sein
Verschmutztes Heu muss regelmässig entfernt werden

Meerschweinchen sollten 80% ihres Nährstoffbedarfs mit Heu und/oder Gras decken können!

Nachfragen: stammt das Heu
vom ersten Schnitt?

Faserreiches, nährstoffarmes Heu ist ideal für Meerschweinchen
(Pferdeheu)

Hauptbestandteil auf dem Speisezettel von Meerschweinchen.
Der wichtigste Punkt überhaupt in der Fütterung von Meeris!

Korrekterweise wird nur getrocknetes Gras vom ersten Schnitt des Jahres als HEU bezeichnet, der zweite und der dritte Schnitt werden in der Schweiz EMD genannt, in Süddeutschland teilweise EMMER. 
Heu vom ersten Schnitt enthält wesentlich weniger Nährstoffe und auch weniger Calcium als Heu vom zweiten oder dritten Schnitt - je länger das Gras vor dem Schnitt auf der Wiese gestanden ist, umso höher ist der Anteil an verholzten Stängelteilen, umso faserreicher ist das Heu. Sogenanntes ÖKO-Heu darf von Gesetzes wegen erst nach dem 15. Juni gemäht werden und enthält auch viele Fruchtstände und Blüten, je nachdem auch wesentlich mehr verschiedene Kräuter und Grasarten. 

Für Meerschweinchen ist es lebensnotwendig, viel Heu und/oder Gras zu fressen - nur so werden die Backenzähne genügend abgenutzt. Gemüse und Früchte sind zu wenig faserig, um einen guten Zahnabrieb zu gewährleisten, die Folge von zu wenig Heukonsum sind meist Probleme mit den Backenzähnen (Spitzenbildung, anschliessende Fehlstellungen, im schlimmsten Fall Brückenbildung der Zähne). Gibt man möglichst nährstoffarmes Heu, müssen die Tiere mehr davon fressen, um satt zu werden - nutzen also ihre Zähne dementsprechend stärker ab.
Ein hoher Calciumgehalt des Heus kann Blasensteine fördern, vor allem in Kombination mit Oxalsäure - daraus bildet sich Calciumoxalat, aus dem die meisten Blasensteine bestehen.
Es ist darum wichtig, faserreiches, eiweissarmes und calciumarmes Heu zu füttern. Es darf ruhig verholzt sein und grob - das sieht fürs menschliche Auge weniger einladend aus, tut aber den Tieren besser. Ideal ist Ökoheu von unbelasteten Standorten (nicht ausgerechnet vom Strassenbord!), Pferdeheu.

Ganz frisches Heu neigt zum Gären, Vorsicht!

Wenn Heu staubt, ist es entweder schon ziemlich alt oder der Schnitt wurde zu tief angesetzt. 
Als Futtermittel ist solches Heu nicht ideal.


Heu kauft man am besten direkt beim Bauern - der weiss in der Regel sehr genau, was er da in seinem Heustock hat. Unbedingt immer nach Heu vom ersten Schnitt verlangen.

Typische Zeichen für geeignetes Heu: stark verholzte Stängel, diverse Samenstände der Gräser sichtbar, möglichst wenig getrocknete Kleeblüten. Gutes Heu ist oft nicht schön grün - das zarte, grüne Zeug, das in manchen Läden angeboten wird, stammt aus späteren Schnitten und ist nicht geeignet für Meeris!
Hier als Vergleich Fotobeispiele von
geeignetem und ungeeignetem Heu für Kleintiere:

 
  Heu, geeignet für Kleintiere   
mit Samenständen und sehr faserreich. Die verholzten Stängel sind wichtig für den Zahnabrieb.      
Emd, Heu aus zweitem oder drittem Schnitt
Ungeeignet für Meerschweinchen, zu eiweisshaltig, zu calciumhaltig und zu arm an verholzte Fasern (zu wenig Zahnabrieb)

 

SAFTFUTTER

täglich pro Tier ungefähr die gleiche Menge - abrupte Veränderungen
können zu massiven Verdauungsproblemen führen








Saftfutter ist unbedingt nötig, damit die Meerschweinchen ihren Bedarf an Vitaminen decken können.

Geeignet sind nebst Gras und Löwenzahn vor allem grüne Blattgemüse, Salate und Kräuter.
Fenchel, Lattich, Petersilie, Endivie, Cicoree, Feldsalat ("Nüsslisalat"), Eisbergsalat, Hirschblattsalat, Kraussalat, Cicorino rosso, Topinambur, Sonnenblume, Chinakohl, Wirz, Broccoli, Gurke, Sellerie
Auch Kopfsalat darf verfüttert werden - im Winter, wenn er ausschliesslich aus dem Treibhaus stammt, sollte man ihn aber wegen zu hohem Nitratgehalt meiden.

Wobei vor allem bei den Kohlgewächsen nur relativ kleine Mengen aufs Mal gefüttert werden sollten, wegen der Gefahr von Blähungen. Auch bereits überfrorene Kohlblätter sollte man meiden. Gurke kommt bei den Meerschweinchen sehr gut an, enthält aber vor allem viel Wasser und relativ wenig Nährstoffe.

Karotten, Äpfel, Mandarinen, Orangen, Melonen, Kiwi, Tomate, , Peperoni, Randen, Rettich, Rüben, enthalten teilweise sehr viele Kohlenhydrate, die von den Meerschweinchen ungenügend verdaut werden können und die im ungünstigsten Fall zu Verdauungsstörungen führen können, sicher aber dick machen. Deshalb sollten solche Früchte und Gemüse nur zurückhaltend verfüttert werden.  Sonnenblumenkerne sind zwar beliebt - aber enorm fetthaltig. Also bitte nicht zu viel, die Meerschweinchen sollen ja nicht gemästet werden.
Birnen können Durchfall verursachen, lieber ganz weglassen.
Saftfutter sollte nicht nass angeboten werden, da es sonst leicht im Magen gärt und zu Trommelsucht führt. Nasses Gras etwa kann aber mit Heu vermischt werden, um diesen unerwünschten Effekt zu verhindern.
Meerschweinchen haben durchaus auch ihre eignen Vorlieben - nicht jedes Meeri mag alle aufgezählten Früchte und Gemüse gleichermassen.

   
 

TROCKENFUTTER
(KÖRNERFUTTER / PELLETS)

Bedarf sehr unterschiedlich, je nach Haltung und Energieverbrauch

Faustregel: 
1 Esslöffel pro Tier / Tag

Im Sommer und bei Innenhaltung praktisch nicht notwendig, nur ein- bis zweimal wöchentlich anbieten


Gute Futtermischungen enthalten wenig bis gar keine ganzen Körner (Getreide, Mais, Sonnenblumenkerne), sondern ein Gemisch aus Flocken und Pellets - oder bestehen nur aus Pellets.
Ganze Kerne machen die Meerschweinchen unnötig fett. In Windeseile werden sie halbzerkaut heruntergeschluckt, ehe die "lieben" Stallgefährten alles weggeputzt haben. In den bunten Mischungen werden die meist harten Pellets oft links liegengelassen. Dabei wurden natürlich Spurenelemente und zusätzliche Vitamine dort "verpackt". Indem die Meeris sich aus Mischungen nur die aufgepoppten bunten Böller und die ganzen Kerne raussuchen, lassen sie sich die notwendigen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe zu einem grossen Teil entgehen.
Manche Futtermischungen enthalten zusätzlich Vitamin C. Damit wird sichergestellt, dass die Meerschweinchen damit immer genügend versorgt sind. Wenn allerdings das Saftfutterangebot gut und reichhaltig ist, ist dieser Zusatz nicht zwingend nötig.

Farbstoffe und Konservierungsmittel gehören NICHT in Tierfutter! Sie können Nierenprobleme und ähnliches verursachen, das hat der "Cambridge Cavy Trust" in umfangreichen Studien nachweisen können.

Seit März 2002 ist bei "Struppi, Chips & Co." eine Futtermischung in Pelletform erhältlich, die bereits mit Vitamin C angereichert ist. Solche Pelletsmischungen enthalten auch so ziemlich alle nötigen Spurenelemente und Mineralstoffe.

Mehr dazu in der Tabelle "Pelletsvergleich".

KNABBEREIEN


regelmässig anbieten, verwelktes Material entfernen

Keine Knabberstängel aus dem Fachhandel - die enthalten viel Melasse, Konservierungsmittel, etc. und sind reine Dickmacher.



Die Backenzähne wetzen Meerschweinchen hauptsächlich mit dem Kauen von Heu ab - schon darum sollte immer Heu vorhanden sein.
Für die Frontzähne (und auch zur Anregung) kann allerhand zum Knabbern angeboten werden:
Äste (mit Blättern) von ungespritzten, ungiftigen Sträuchern und Bäumen, vor allem Buche, Hasel, Fichte und alle Arten von ungespritzten Obstbäumen.
Knabbern die Meeris allzu oft Apfelrinde, kommt es mitunter zu Entzündungen im Lippenbereich und zu Lippengrind.
Mais (Kolben und Blätter) - aber bitte nicht allzu oft, denn auch Mais ist sehr fetthaltig und macht rasch dick.
Getrocknetes Brot - macht ebenfalls rasch dick. Angeschimmeltes Brot darf auf keinen Fall verfüttert werden.
Natürlich sind auch Knabberstängel und dergleichen sehr beliebt - oft strotzen sie aber nur so von Fett.

 

VITAMINTROPFEN

nach Angabe des Herstellers

Vor allem Vitamin C ist für Meerschweinchen unbedingt notwendig. Um ganz sicher zu sein, dass die Tiere mit der ausreichenden Menge immer versorgt sind, kann man Vitamintropfen gezielt auf einem Leckerbissen (Gurkenrädchen, Salatblatt, Cornflake, etc) geben. Einfach Ascorbinsäure ins Wasser zu geben, hat nicht sehr viel Sinn: Vitamin C ist wasserlöslich und lichtempfindlich, es zerfällt in den normalerweise lichtdurchlässigen Trinkflaschen oder im offenen Napf sehr schnell und man weiss nie wirklich, ob die Meeris nun wirklich genügend davon bekommen haben oder nicht, da ja auch nicht jedes Meerschweinchen zur gleichen Zeit die gleiche Menge trinkt.

Bei ausgewogener Fütterung enthalten Heu und Saftfutter allerdings genügend Vitamin C.
Zur Sicherheit kann Vitamin-C-haltiges Trockenfutter angeboten werden, das ausserdem auch gleich den Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen deckt.

 

LECKERLI

zum Anlocken


Im Zoofachhandel gibt es eine unübersehbare Auswahl von Leckerli für Meerschweinchen. Damit ist es zugegebenermassen manchmal leichter, die "Freundschaft" eines Tiers zu gewinnen. Aber, seien wir ehrlich: mit Gurkenscheiben geht es auch! Viele Meerschweinchen sind auch total begeistert von Beeren.

Die käuflichen Leckerli enthalten sehr oft Farbstoffe, Konservierungsmittel und verschiedenste Zuckerarten - all das gehört nicht zu einer sinnvollen Ernährung für Meerschweinchen.