Aussen Innen Einrichtung Käufliches

 

GEHEGEBAU 


Immer wieder machen wir Ausflüge zu anderen Meerschweinchenhaltern und bestaunen deren tolle Lösungen. Viele Kunden und Bekannte stellen uns ihre Bilder grosszügig zur Verfügung (an dieser Stelle: DANKE!) Auch im Internet haben wir schon viele gute Anregungen gefunden.
Um die interessantesten Beispiele vorzustellen, sind hier zwei Rubriken entstanden (klick: oben) für Aussen- oder Innenhaltung.
Da finden sich jede Menge Ideen für fast jedes Budget und für fast jeden Geschmack.
Diese Sammlung von Fotos und teilweise auch Bauplänen soll anderen Meerschweinchenfreunden als Anregung dienen. Wenn einige Grundregeln im Gehegebau beachtet werden, kann man der Phantasie fast freien Lauf lassen und die Bauwut so richtig austoben...


Ein riesiger Fundus fantastischer Ideen für Innen- und Aussenanlagen findet sich auch hier: Tierische Eigenheime mehrere Seiten voller Bilder mit Eigenbauten von ganz unterschiedlichen Leuten, oft grad mit Kontaktadresse, damit man nachfragen kann, wenn man etwas genauer wissen möchte. Schliesslich muss nicht jeder das Rad neu erfinden!
Ebenfalls eine umfangreiche Linksammlung mit Eigenbauideen ist www.mel-s.de.
Und dann gibts die HP, die ausschliesslich Gehegeideen sammelt: Kaninchengehege.de. Natürlich eignen sich die meisten dieser Gehege ebensogut für Meerschweinchen.
Eine Bauanleitung für ein stabiles Freigehege, das sich gut eignet, um die Tiere ins Gras zu setzen, kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden. 

Seit Jahren wird bei uns laufend getüftelt und geschreinert - die Unterkünfte für unser Rudel werden immer wieder umgebaut. Einerseits, um eine möglichst artgerechte Haltung zu ermöglichen, andererseits aber auch, um die Pflege für das betreuende Zweibein zu erleichtern.

Zu gross kann eine Anlage praktisch nie sein! Es hat sich gezeigt, dass Meerschweinchen sehr oft ihrem Namen auch in veränderter Schreibweise (Mehr-Schweinchen) alle Ehre machen: bei vielen Besitzern werden es im Lauf der Zeit immer mehr! Darum ist es auf jeden Fall gut, wenn man von Anfang an grosszügig plant. Meerschweinchen sind Flachlandbewohner, keine Kletterer: sie brauchen eine gewisse Mindestfläche, um auch mal richtig rennen zu können.
Mehrstöckige Anlagen sind durchaus eine Möglichkeit, zusätzlichen Platz zu schaffen, aber es muss eine Grundfläche vorhanden sein, die es den Tieren erlaubt, auch mal einen Spurt zu machen. Eine Länge von 140 cm sollte das Minimum sein. Allzu breit hingegen kann sehr unpraktisch sein, wenn die Unterkunft an einer Wand steht. Schliesslich haben Menschen nicht unendlich lange Arme und man sollte ja zumindest zum Reinigen doch jede Ecke halbwegs bequem erreichen können. 75 cm als Maximum haben sich bewährt - bei breiteren Anlagen muss man von mehreren Seiten Zugang haben.

Absolut NICHT empfehlen können wir die sogenannte "Kleintiervilla", die vom Schweizer Tierschutzverein aus unerfindlichen Gründen weiterempfohlen wird.
Dieses Modulsystem arbeitet mit Einzelabteilen, die jeweils nur 64 x 54 cm Fläche haben (vgl. hier) Von dieser Minifläche geht ausserdem noch einiges verloren für die Rampe zum oberen Stock und natürlich für Häuschen, Futternapf, etc. Eine echte Zumutung für ein bewegungsfreudiges Tier!
Wieso der Tierschutzverein einen solchen Unsinn weiterempfiehlt, ist uns schlicht unerklärlich.

Ganz egal, wie und wo das Gehege gebaut, bzw. aufgestellt wird - die Einrichtung ist immer auch ein sehr wichtiger Aspekt. Damit sich die Meerschweinchen wirklich wohlfühlen und auch ihr gesamtes, durchaus reichhaltiges Verhaltensrepertoire zeigen, brauchen sie unbedingt Verstecke. Mehrere Häuschen oder Verstecke und verschiedentliches "Dekorationsmaterial" erhöhen den Reiz einer Anlage wesentlich.





Für eine ständige Unterkunft in einem Aussen-Gehege müssen einige Punkte unbedingt beachtet werden:

Das Gehege muss einbruchsicher sein (Katzen, Marder, Füchse, Hunde, Greifvögel und evtl. leider auch Zweibeiner).

Es muss darum nach unten gesichert sein, indem man am besten Gitter oder Platten auf der gesamten Fläche verlegt und dann darüber Erde, Häcksel oder anderes geeignetes Material verteilt oder
a) Platten rundherum verlegt,
b) den Rändern entlang Gitter mindestens 50 cm senkrecht in den Boden eingräbt 
c) den Rändern entlang Stellriemen 50 cm senkrecht in den Boden eingräbt

Es muss nach oben gesichert sein, indem man entweder:
a) stabile Deckel anbringt (mit Gitter oder auch geschlossen. Vorsicht vor Hitzestau unter Plastikabedeckungen!)
b) ein fixes Dach montiert (bietet gleichzeitig Schutz vor Regen und macht Schatten)
c) durchgehend vergittert (vor allem bei hohen Anlagen sinnvoll)
d) bei hohen Anlagen (2m und mehr) kann es oben offen bleiben, wenn auf der Gitterkrone zusätzlich ein elektrischer Weidezaun montiert wird und wenn im Gehege genügend Bäume stehen, damit keine Raubvögel landen können.

Es muss ein genügend stabiler Stall vorhanden sein, in dem alle Tiere Platz finden und genügend Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind. Auch mehrere kleinere Ställe versehen den Dienst ganz gut.

Die Stallwände sollten aus ca. 2cm dickem Holz bestehen - eine Isolationsschicht ist nützlich, aber nicht zwingend notwendig.

Im Stall sollten kleinere Schlafabteile oder Schlafhäuschen vorhanden sein, die von den Meerschweinchen mit ihrer eigenen Körpertemperatur warmgehalten werden können. Durch die doppelte Wand (Aussenwand und Schlafhäuschenwand) entsteht eine gute Isolation.

Wenn die Meerschweinchen einen grossen Auslauf (ca. 1 m2 pro Tier!) ständig zur Verfügung haben, muss der Stall nicht gross sein, er wird dann vor allem zum Schlafen genutzt. (Faustregel: 0,2 m2 pro Tier)

Bei Ausläufen, die nur teilweise zur Verfügung stehen (etwa, wenn die Meeris nachts im Stall eingeschlossen werden), muss der Stall natürlich eine entsprechende Grundfläche bieten. (Faustregel: 0,5 m2 pro Tier - mehr ist immer gut!)

Fürs Zweibein ist es angenehmer, wenn bei niedrigen Gehegen der Stall ausserhalb des Gitters steht und mit einem Durchgang mit dem Gehege verbunden ist. Füttern und Misten fällt viel leichter, wenn man nicht jedesmal zuerst sämtliche Deckel wegräumen und nachher mit dem Mist immer über die Seitenwände klettern muss!
Bei hohen Anlagen, in denen man aufrecht stehen kann, kann der Stall natürlich gut direkt im Gehege stehen.